Lass los, was bremst

Lass los, was bremst

Neulich hab ich mich wieder selbst dabei erwischt. Ich war voll auf der Bremse und hab mich gewundert, warum nix weitergeht.

Dabei hab ich so gute Lehrmeister, meine drei Kinder zwischen 16 und 19 Jahren, alt genug und erzogen genug, um ihre eigenen Erfahrungen zu sammeln. Und meinen Mann. Eigentlich auch schon erwachsen, denke ich. Ein dickes Danke an sie für die täglichen Übungseinheiten, damit ich es endlich lern: LOSLASSEN.

„Ja, was hab ich davon?“, denkt ihr?

Ich will euch meine Vorteile aufzählen, vielleicht ist für euch auch etwas dabei.

Ich lasse meine Kinder los, weil ich sie liebe und es mir nicht zusteht, sie im Griff zu haben.

Ich lass los und bin optimistisch, dass meine Kinder ihren Weg mit ihrer Art von Erfolg gehen werden.

Ich lass los und weiß, sie sind in dem, was wir Eltern ihnen mitgegeben haben, sicher aufgehoben. Und hie und da eine unangenehme Erfahrung macht die Würze des Lernens aus.

Ich lass los und spüre die Leichtigkeit, die Freiheit. Der Ballast fällt ab, den ich schon längst hätte abwerfen sollen. Wie gesagt, die Kinder sind fast erwachsen.

Ich lass los und übergebe die Verantwortung, damit sie ihre Aufgabe finden und leben können.

Ich lass los und hab wieder meine Gedanken frei, mich selbst zu spüren. Was brauch ich? Was will ich? Bin ich überhaupt noch dort, wo ich ICH sein kann?

Ich lass los und freu mich über meinen Sieg. Ich hab es geschafft, dass aus ihnen anständige Leute werden.

Ich lass sie los, weil meine Funktion als Erzieherin nun zu Ende ist. Mutter bleib ich ja lebenslänglich, zum Glück, das endet nie.

Und ich lass los, weil ich schon soooo neugierig bin, wie es ist, mich nur um mich zu kümmern. Ganz etwas Neues.

Und was haben die kids davon?

Sie haben die Chance, ihre eigenen Vorstellungen umzusetzen. Nein, noch viel besser: Sie haben die Pflicht, …. ihren Weg zu gehen, ihre Erfahrungen zu machen. Sie müssen sich selbst zurecht finden in dieser digitalen Welt, in der ich nicht aufgewachsen bin. Und vielleicht denken sie ja manchmal an ihr Mütterlein, das jetzt voll durchstartet, nicht nur am Muttertag. „Ja, die Mama hat immer gsagt, damals. Aber da hab ich es noch nicht glauben wollen.“ Zukunftsmusik!

Das ist der Lauf des Lebens und dagegen ankämpfen ist ungesund, für alle Beteiligten.

Liebe LeserInnen, ich muss jetzt los, mein neues Leben will gelebt werden. Ich hab jetzt wieder beide Hände frei, um mein Leben selbst zu lenken. Wir sehen uns!

P.S.: Und dann hab ich das untereinander aufgeschrieben und schaut, welch harmonische Welle entstanden ist. Kein Zickzack-Kritzikratzi, sondern ein schwungvolles Hin und Her, Auf und Ab. Alles fließt. Danke!

L              Liebe
O            offen sein
S             Sicherheit
L              Leichtigkeit
A             annehmen
                aufgeben
S             spüren
                selbst
S             Start
                Sieg
E             Ende
                Energie
N            Neugier, Neues

Eure Kinesiologin Nicole Bernhauser